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Starke Kids in Mittelsachsen – ein wegweisendes Projekt für gesundheitliche Chancengleichheit

Die Förderung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit für alle Einwohner:innen ist im Landkreis Mittelsachsen ein zentrales Anliegen der kommunalen Gesundheitspolitik. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Jahr 2019 das Programm „Starke Kids in Mittelsachsen“ ins Leben gerufen. Das Projekt richtet sich gezielt an Kindergarten- und Hortkinder und legt dabei großen Wert auf die Unterstützung von Kindern aus Familien in besonderen sozialen Lebensverhältnissen. 

Nach dem erfolgreichen Start und den erzielten positiven Ergebnissen in der ersten Runde wird das Programm nun fortgesetzt und weiterentwickelt, um noch mehr Kindern eine gesunde und chancengerechte Entwicklung zu ermöglichen. Mit „Starke Kids in Mittelsachsen“ sollen alle Kinder – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – die gleichen Möglichkeiten erhalten, ihre Gesundheit zu fördern und ihre Potenziale zu entfalten.

Sophie Böhmchen (freie Stimm-, Sprech- und Kommunikationstrainerin) fördert die sprachlichen Fähigkeiten bei einem Workshop (Quelle: Landratsamt Mittelsachsen)

Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen

Das Förderprogramm hat das Ziel, Kinder und Eltern für ihre eigene Gesundheit zu sensibilisieren und ihnen ein Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln. Dabei wird auch das Leitungs- und Fachpersonal der teilnehmenden Kindertagesstätten einbezogen, um die Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken und ein gemeinsames Verständnis für eine „gesundheitsfördernde Kita“ zu entwickeln. 

Der Projektansatz „Starke Kids in Mittelsachsen“ verfolgt ein ganzheitliches Konzept und bietet eine Vielzahl von Angeboten und Maßnahmen an, die langfristig darauf ausgerichtet sind, die Sprache, das Bewegungsverhalten und die Lebenskompetenz der Kinder zu stärken.
Die konkreten Angebote werden für jede teilnehmende Einrichtung individuell abgestimmt. Dies geschieht auf Basis einer Bedarfsanalyse, die zuvor durchgeführt wurde. Die Bedarfsanalyse ermöglicht es, die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse jeder Einrichtung zu ermitteln und darauf aufbauend passgenaue Angebote zur Gesundheitsförderung zu konzipieren.

Bewegung für starke Kinder: Förderung der körperlichen Aktivität für eine gesunde Entwicklung

Ein aktiver Lebensstil und regelmäßige körperliche Bewegung spielen eine entscheidende Rolle für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sein sollten. Allerdings zeigt der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGs Welle 1), dass nur 27,5 Prozent der Kinder dieses Ziel erreichen.

Körperliche Bewegung hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Sie hilft dabei, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Durch körperliche Aktivität werden Glückshormone freigesetzt, die positive Gefühle und eine bessere psychische Ausgeglichenheit fördern.

Leider ist der heutige Alltag vieler Kinder geprägt von einem Mangel an Bewegung. Die zunehmende Nutzung digitaler Medien und die Tendenz zu einem sitzenden Lebensstil tragen zu einer geringeren körperlichen Aktivität bei. Dies kann sich negativ auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der jungen Generation auswirken. Es ist daher wichtig, Bewusstsein zu schaffen und Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder und Jugendliche zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren. Eltern, Schulen und Gemeinschaften spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Die Schuleingangsuntersuchungen im Landkreis Mittelsachsen liefern wichtige Informationen über den Gesundheitszustand der Kinder. Über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg zeigt sich, dass etwa 10 Prozent der untersuchten Kinder mit Übergewicht zu kämpfen haben. Dabei gibt es Schwankungen, mal ist der Anteil etwas höher, mal etwas niedriger. Es lassen sich zudem auch regionale Unterschiede feststellen. In Kommunen mit einer höheren Mindestsicherungsquote treten häufiger gesundheitliche Probleme bei Kindern auf. Dies kann u.a. auf die Tatsache zurückgeführt werden, dass Eltern, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch staatliche Transferleistungen bestreiten, häufig psychisch belastet sind und damit beschäftigt sind, ihre eigene Lebenssituation zu bewältigen.

Diese Belastungen können sich im Umkehrschluss negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Es ist wichtig, diese Zusammenhänge zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um Familien in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Eine umfassende und ganzheitliche Unterstützung kann dazu beigetragen, dass betroffene Kinder trotz der Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind, Bildungschancen erhalten und ihre Gesundheit gefördert wird.

Inhalt des Programms:

Das Programm „Starke Kids in Mittelsachsen“ umfasst verschiedene Bausteine. Dazu gehören:

  • Schulungen von Erzieher:innen als Multiplikator:innen, 
  • Elternbildung,
  • Angebote für Kinder und
  • die Förderung der Gesundheit des Personals in den teilnehmenden Einrichtungen.

Die Workshops und Angebote beinhalten Themen wie Lebenskompetenzförderung, alltagsintegrierte Bewegung und Sprachförderung sowie gesunde Ernährung.

Wer ist in Mittelsachsen an Bord?

Der Landkreis Mittelsachsen hat Gemeinden ausgewählt, in denen Einrichtungen die Möglichkeit hatten, sich zu bewerben. Diese Auswahl basierte auf verschiedenen Faktoren, einschließlich der Ergebnisse des 2. Sozialberichts. Die Einrichtungen in den entsprechenden Kommunen wurden aktiv zur Bewerbung aufgefordert.

Das Programm „Starke Kids in Mittelsachsen“ wurde bereits in verschiedenen Kindertagesstätten im Landkreis umgesetzt. Im Jahr 2019/2020 nahmen zehn Kitas in den Städten Mittweida, Frankenberg, Burgstädt, Hartha, Roßwein, Augustusburg und Brand-Erbisdorf teil. In diesen Einrichtungen wurden die Schulungen, Workshops und Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention durchgeführt.

Für den Zeitraum 2023/2024 sind vier Kitas und sechs Horte aus den Städten Burgstädt, Frankenberg, Hartha, Hainichen, Penig und Flöha als Teilnehmer des Programms vorgesehen. In diesen Einrichtungen werden ebenfalls spezifische Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit von Kindern und zur Sensibilisierung des Personals durchgeführt.

Projektpartner

Die Durchführung des Programms „Starke Kids in Mittelsachsen“ wird durch den Huckepack Kinderförderung e.V. unterstützt. Der Verein arbeitet eng mit der Professur für Allgemeine Psychologie und Biopsychologie der Technischen Universität Chemnitz zusammen, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. 

Als direkter Umsetzungs- und Kooperationspartner ist der Gesundheitsdienstleister KIKOO (Kinderkoordination) aus Leipzig in das Programm eingebunden. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises arbeitet der Gesundheitsdienstleister daran, die geplanten Maßnahmen umzusetzen und die Gesundheit der Kinder zu fördern.

Wie geht es weiter?

Das Programm „Starke Kids in Mittelsachsen“ verfolgt eine langfristige Perspektive für die Fortführung und Weiterentwicklung. Im ersten Halbjahr 2024 ist die Planung für das Programm im Jahr 2025 vorgesehen.

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